"Was kostet das?" ist die erste Frage bei fast jedem Bauvorhaben. Eine seriöse Antwort gibt es selten am Telefon, denn Baukosten hängen von vielen Faktoren ab. Wichtig ist deshalb, welche Art von Preisangabe Sie erhalten. Ein Kostenvoranschlag, ein Angebot und ein Festpreis klingen ähnlich, haben für Ihr Budget aber sehr unterschiedliche Folgen.
Wovon die Kosten abhängen
- Umfang und Fläche: Quadratmeter, Raumhöhen, Anzahl der Bauteile.
- Zustand des Bestands: Im Altbau tauchen oft erst beim Öffnen von Wänden oder Böden Schäden auf, die vorher niemand sehen konnte.
- Material und Ausstattung: Zwischen Standard- und Premiumprodukten liegen bei Fliesen, Fenstern oder Sanitärobjekten oft ein Vielfaches.
- Zugänglichkeit: Etage ohne Aufzug, enge Zufahrt, Gerüst nötig oder nicht.
- Anzahl der Gewerke und ihre Abstimmung: Je mehr Gewerke ineinandergreifen, desto wichtiger ist eine saubere Terminplanung, denn Wartezeiten kosten Geld.
- Entsorgung und Nebenkosten: Abbruchmaterial, Container, Schutzmaßnahmen, gegebenenfalls Genehmigungen und Gutachten.
- Zeitpunkt: In der Hochsaison sind Fachbetriebe stark ausgelastet, kurzfristige Termine können teurer sein.
Der Kostenvoranschlag: eine fachliche Schätzung
Ein Kostenvoranschlag ist eine Berechnung der voraussichtlichen Kosten. Er ist laut Gesetz im Zweifel kostenlos, es sei denn, eine Vergütung wurde vorher vereinbart (§ 632 Abs. 3 BGB). Verbindlich ist er nicht im Sinne eines festen Preises. Der Betrieb darf ihn überschreiten, wenn sich das Werk anders nicht ausführen lässt.
Für Sie als Auftraggeber gibt es aber Schutz: Zeichnet sich eine wesentliche Überschreitung ab, muss der Betrieb Sie unverzüglich informieren. Sie können den Vertrag dann kündigen und zahlen nur für die bis dahin erbrachte Leistung (§ 649 BGB). Einen festen Prozentsatz, ab dem eine Überschreitung "wesentlich" ist, nennt das Gesetz nicht. Das entscheiden im Streitfall die Gerichte im Einzelfall.
Das Angebot: die Grundlage für den Vertrag
Ein Angebot beschreibt Leistungen und Preise so, dass Sie es annehmen können. Ein gutes Angebot listet jede Position einzeln auf: Menge, Einheit, Einzelpreis, Material. So können Sie Angebote vergleichen und später prüfen, ob die Abrechnung stimmt. Abgerechnet wird beim sogenannten Einheitspreisvertrag nach tatsächlich ausgeführten Mengen.
Der Festpreis: Planungssicherheit für Ihr Budget
Beim Festpreis, auch Pauschalpreis genannt, vereinbaren Sie einen Gesamtbetrag für eine genau beschriebene Leistung. Mehr- oder Mindermengen innerhalb dieser Beschreibung gehen dann in der Regel nicht zu Ihren Lasten oder Gunsten. Die Voraussetzung ist eine präzise Leistungsbeschreibung. Was nicht beschrieben ist, ist auch nicht im Festpreis enthalten. Wünschen Sie während der Bauphase Änderungen, wird dafür ein Nachtrag vereinbart.
So schützen Sie Ihr Budget
- Beschreiben Sie Ihr Vorhaben so genau wie möglich, am besten mit Fotos und Maßen.
- Lassen Sie sich Positionen einzeln aufschlüsseln, keine Pauschalsumme ohne Beschreibung.
- Fragen Sie nach, was ausdrücklich nicht enthalten ist, etwa Entsorgung, Gerüst oder Malerarbeiten nach dem Elektroumbau.
- Planen Sie bei Arbeiten im Bestand einen Puffer für Unvorhergesehenes ein.
- Vereinbaren Sie Änderungen während der Bauzeit immer schriftlich, mit Preis.
So arbeitet Plan & Build
Wir klären zuerst, was genau gebaut werden soll, bei Bedarf mit einer Besichtigung. Danach erhalten Sie ein transparentes Angebot mit allen Positionen, auf Wunsch zum Festpreis. Ihre Anfrage ist kostenlos und unverbindlich.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.